Dokumentarfilmer Simon Stadler, Catenia Lermer und Sven Methling begleiten in „Ghostland“ eine Gruppe von Stammesangehörigen auf ihrer Reise durch das restliche Namibia und schließlich sogar in das von den Ju/’Hoansi „Land der Geister“ genannte moderne und hochtechnisierte Europa.

Ghostland – Reise ins Land der Geister
Dokumentarfilm; Deutschland 2016; Regie: Simon Stadler, Catenia Lermer und Sven Methling; FSK 0; 88 Minuten; Deutsch & teilw. OmdU; Kinostart:
02.11.2017
Einst konnte das Volk der Ju/’Hoansi ungehindert durch die endlosen Weiten der Kalahari streifen und sich durch die Jagd selbst versorgen, doch diese Zeiten sind vorbei: Mittlerweile ist die Trockensavanne von Zäunen durchzogen, mit denen Farmer ihre Grundstücke abtrennen, und auch die Jagd wurde den sogenannten Buschmännern verboten. Darum ist der ehemalige Nomaden-Stamm mittlerweile sesshaft geworden und zum Überleben auf staatliche Zuwendungen und den Tourismus angewiesen. Doch nicht alle Ju/’Hoansi sehen ihr neues Leben ausschließlich negativ, vielmehr sind sie neugierig auf die neuen Möglichkeiten: Die Dokumentarfilmer Simon Stadler, Catenia Lermer und Sven Methling begleiten in „Ghostland“ eine Gruppe von Stammesangehörigen auf ihrer Reise durch das restliche Namibia und schließlich sogar in das von den Ju/’Hoansi „Land der Geister“ genannte moderne und hochtechnisierte Europa.
„GHOSTLAND funktioniert im Prinzip ganz ähnlich wie die satirische Parabel von Jamie Uys. Ein paar Buschmänner aus Namibia halten uns einen Spiegel vor, indem sie mit ihren Beobachtungen und Kommentaren die Fortschrittsgläubigkeit hinterfragen. Bisweilen zeugen ihre Bemerkungen von verblüffend profunden Einsichten in die Mechanismen des Kapitalismus. „Die Deutschen müssen so viele Dinge kaufen, weil sie so viel arbeiten“, sagt einer beim Besuch eines Warenhauses.
Im Gegensatz zu manch anderen, ähnlich angelegten Produktionen werden die Akteure hier aber nicht in ein zivilisationskritisches Konzept gepresst. Stattdessen nehmen die Filmemacher ihre Charaktere ernst und belassen es bei Beobachtungen. Damit enthält sich der Film jeder Wertung und vergisst bei allem Unterhaltungswert der Erlebnisse der Ju/’Hoansi im Land der Geister nicht die bittere Armut, die ihr Leben in ihrer Heimat bestimmt.“
Filmdienst




