Code der Angst (Kinostart: 05.06.2025)

Im Jahr 2013 wurde der junge Journalist und LGBTQ+-Aktivist Eric Lembembe in Kamerun ermordet. Er wurde gefoltert und zu Tode geprügelt, weil er schwul war. Schockiert von diesem grausamen Mord in seinem Heimatland macht sich der Filmemacher Appolain Siewe auf den Weg nach Kamerun, um mehr über die Situation von LGBTQ-Menschen dort herauszufinden. Schnell stellt er fest, dass der Mord an Lembembe kein Einzelfall ist. Warum ist die Homophobie in der kamerunischen Gesellschaft so fest verankert? Welche Rolle spielt dabei die Kolonialisierung?

Code der Angst

Dokumentarfilm; Deutschland 2023; OT: Code of Fear; Regie: Appolain Siewe; Produktion: EinheitFilm Produktion mit freundlicher Unterstützung von: Brot für die Welt, Elledorado e. V., MBF/Ludwig The Rental, Hannchen-Mehrzweck-Stiftung, Foundation Between Bridges-Wolfgang Tillman, Ministry of Foreign Affairs German; 
Deutsche Fassung, teilw. OmdU (engl. Fassung verfügbar); 82 min.; FSK 12; Kinostart: 05.06.2025
Spielorte (A-Z):
★Wolfsburg, Delphin-Palast (09.04.2026)

Im Jahr 2013 wurde der junge Journalist und LGBTQ+-Aktivist Eric Lembembe in Kamerun ermordet. Er wurde gefoltert und zu Tode geprügelt, weil er schwul war. Schockiert von diesem grausamen Mord in seinem Heimatland macht sich der Filmemacher Appolain Siewe auf den Weg nach Kamerun, um mehr über die Situation von LGBTQ-Menschen dort herauszufinden. Schnell stellt er fest, dass der Mord an Lembembe kein Einzelfall ist. Warum ist die Homophobie in der kamerunischen Gesellschaft so fest verankert? Welche Rolle spielt dabei die Kolonialisierung?

Appolains Siewes eigene Erfahrungen, die berührenden Begegnungen mit Aktivisten, die trotz grosser Gefahren mit einem unglaublichen Mut für Toleranz in ihrem Land kämpfen, und seine Gespräche mit Kameruner Wissenschaftlern und insbesondere auch der bekannten kamerunischen Menschenrechtsanwältin Alice Nkom, die 2014 den Menschenrechtspreis von Amnesty International Deutschland erhielt, machen den Film zu einem einzigartigen Dokument.

Festivals:
Toronto Black Film Festival, Canada 2023
FIPADOC International Documentary Festival, France 2024
Thessaloniki International Documentary Festival, Greece 2024
Africa-Alive-Festivals, Germany 2024
BFI Flare London, UK 2024
Pink Apple Film Festival, Switzerland 2024
Queergestreift Film Festival Konstanz, Germany 2024
Montreal Int. Black Film Festival, Canada 2024 (Honorary Mention)

„Engagiertes Kino, aufklärerische Dokumentation und akribische Erzählung. Und in jeder Hinsicht sehenswert.“

Jürgen Kiontke, Amnesty Journal

„2013 wurde der LGBTQ+-Aktivist Eric Lembembe in Kamerun auf grausame Weise ermordet – weil er homosexuell war. Appolain Siewe nimmt dieses Schwerstverbrechen zum Anlass und beschäftigt sich in der Doku „Code der Angst“ mit der Frage, wieso der Hass auf queere Menschen und ihre Unterstützer in Kamerun so groß ist. Gibt es eine Erklärung für die kollektive Homofeindlichkeit im Land? Das ist viel Inhalt und Stoff für 80 Minuten, doch Siewe gelingt es, daraus einen stringenten, aufklärerischen Film zu machen, der mit seinem Verweis auf die Kolonialvergangenheit elementare Bezugspunkt schafft.“

Björn Schneider, programmkino.de

„Es ist unmöglich, den Mut der LGBTQ+- und Menschenrechts-Aktivist_innen, die Siewe im Laufe seines Films trifft, nicht zu bewundern – einen Mut, den niemand brauchen sollte. „Code der Angst“ ist dank seines Regisseurs und der Menschen, die der Film porträtiert, ein überaus eindrucksvoller Dokumentarfilm.“

Fabian Tietke, taz

„Warum dieser Hass? Militante Homophobie, die vor Gewalt nicht zurückschreckt, ist in Afrika weit verbreitet. Doku-Regisseur Appolain Siewe sucht in seiner Heimat Kamerun nach den Ursachen – er trifft auf einen Kulturkampf um Sexualmoral als Vehikel zur mentalen Dekolonialisierung.“

Bela Akunin, film+kino

„Wie in jedem Winkel der belebten Welt findet Homosexualität als immer zu verteidigender Normalfall der Sexualität auch in Kamerun statt. Siewes eindrückliche Montage von Interviews mit LGBTQ-Aktivisten, Menschenrechtlerinnen und Wissenschaftlern, Archivmaterial und biographischen Passagen macht die Komplexität der Bedrohungslage nicht nur für dortige queere Menschen greifbar, sie zeigt auch, wie sehr Homofeindlichkeit auf der Kolonialgeschichte und christlich-fundamentalistischen Einflüssen beruht.“

Norman Philippen, junge Welt

„Appolain Siewe ist mit „Code der Angst“ ein sehr persönlicher Film über ein Tabuthema gelungen, der leise von bewegenden Schicksalen erzählt. Trotz der Tragik, die am Ende gleich mehrfach nachklingt, schwebt hier auch immer Hoffnung mit: dass sich wie beim Regisseur selbst Ansichten ändern können und sich der Blick weitet, hin zu mehr Offenheit und Toleranz.“

Sarah Stutte, Kino-Zeit

„CODE DER ANGST ist sehr gut geschnittene und komponierte Information über die Lage der Homosexuellen in seinem Heimatland; der gerade mal 84 Minuten lange Film ein sehenswertes, gesellschaftskritisches Kaleidoskop.“

ver.di-Filmtipp in MenschenMachenMedien

„Eine bewegende und schockierende Dokumentation des Status Quo, die auch kleine Einblicke in die standhafte queere Community Kameruns bietet.“

FRESH – Das Queer-Mag für NRW

„Es ist, wie in vielen afrikanischen Ländern, der Fluch der europäischen Kolonisation, der diese Randgruppe zum allgemein anerkannten Feindbild gemacht hat. Während sich die Situation in Europa im Laufe der Jahrzehnte liberalisiert hat, haben traditionellen Konventionen verhaftete christliche Prediger in Afrika noch immer die Macht, die Massen in ihrem Denken zu leiten. Appolain Siewe ist es mit „Code der Angst“ sehr anschaulich gelungen, die Hintergründe zu beleuchten und auch einen kleinen Einblick in die standhafte queere Community eines Landes zu gewähren, in dem ihnen für ihre Lebensweise der Tod droht.“

Frank Brenner, Choices

„Ein gelungen kritischer Blick auf die Gesellschaft Kameruns. Ein sehenswerter und mit seinen 84 Minuten sehr kompakter und informativer Dokumentarfilm.“

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