„Rivale“ (02.06.22)

Marcus Lenz verschränkt sensible Sozialstudie mit Coming-of-Age und Genreelementen zu einer spannenden Filmerzählung. Und ganz nebenbei macht dieser deutsch-ukrainische „Systemsprenger“ das problematische Ausbeutungsverhältnis Deutschlands zur Ukraine sichtbar.

Ab 2. Juni 2022 im Kino.

RIVALE

Deutschland/Ukraine 2020; Regie: Marcus Lenz; 96 min., Dt. OV teilw. Ukr. m. dt. UT

Produktion: HANFGARN & UFER mit Wildfilms

Mit Yelizar Nazarenko, Udo Samel, Maria Bruni

Inhalt:
Nach dem Tod seiner Großmutter gibt es in dem ukrainischen Dorf niemanden mehr, der sich um den 9-jährigen Roman kümmern kann. Seine Mutter Oksana arbeitet als illegale 24-Stunden-Pflegekraft in Deutschland. In einem Lieferwagen versteckt reist Roman ihr nach, aber Oksana ist nicht allein. Sie lebt mit dem Witwer der inzwischen verstorbenen Frau, Gert Schwarz. Eine dramatische Dreiecksbeziehung beginnt, getrieben von Abhängigkeit, Liebe und Eifersucht.

„Dieser mutige Film widersetzt sich allen Erwartungen. Rivale hat eine animalische Energie, ein Gesamtkunstwerk im besten Sinne.“ (BR, Moritz Holfelder)

„Ein Wechselspiel zwischen Weichheit, Kampf, Zerbrechlichkeit und Hoffnung. Es ist vor allem die Ambivalenz der Figurenführung und der Mut zur poetischer Verdichtung und Lückenhaftigkeit, die uns sofort überzeugt haben, den Hauptpreis des Festivals an den Film „Rivale“ zu geben.“ (Jury des 17. Achtung Berlin Festival 2021)

„Aus der filmischen Novelle, die leicht ins sentimentale Sozialdrama hätte abdriften können, filtert Marcus Lenz einen dichten Genrefilm.“ (Ralf Schenk, Filmdienst)

„Ein beeindruckender Film über gerechten Kinderzorn.“ (Kathleen Hildebrand, Süddeutsche Zeitung)

„RIVALE ist ein sehr intensiv gespieltes und inszeniertes Coming-of-Age Drama. Marcus Lenz gelingt ein immer wieder überraschendes und schockierendes Drama, welches durch seine Bilder, vor allem aber aufgrund seiner Darsteller zu überzeugen weiß.“ (Rouven Linnarz, film-rezensionen.de)

„Lenz erzählt von den Unsicherheiten des Erwachsenwerdens, von Mutterliebe und davon, Grenzen zu überwinden. Nebenbei laufen Probleme des deutschen Sozialsystems mit, ohne dass »RIVALE« in den Modus des drögen Sozialrealismus kippt. Der Film bleibt in der Schwebe, inklusive traumhaft surrealen Sequenzen.“ (Jens Balkenborg, epd Film)

„Ein sensibel inszeniertes, zutiefst beunruhigendes Drama.“ (cinema)

„In einem Mix aus Thriller, Sozialdrama und Coming-of-Age-Geschichte erzählt Marcus Lenz von der spannungsgeladenen Dreiecksbeziehung zwischen einem deutschen Rentner, seiner ukrainischen Pflegerin und deren neunjährigem Sohn. – Ein wortkarges, aber dichtes Kammerspiel um Sehnsucht nach Liebe, Eifersucht und Abhängigkeiten.“ (Walter Gasperi, film-netz.com)

„Das Kino-Drama „Rivale“ macht das Schicksal einer alleinerziehenden ukrainischen Geflüchteten und ihres Sohnes zum packenden Kammerspiel.“ (Jenni Zylka, taz)

Berliner Morgenpost: Interview mit Drehbuchautor Lars Hubrich