„Medusa“ (01.12.22)

Neues brasilianisches Kino: Gesellschaftskritik, Groteske und Genre vermischt in einer neongetränkten und mit verspielter Kamera eingefangenen Neuinterpretation des Medusa-Mythos.

In Zusammenarbeit mit dem neuen, österreichischen Filmverleih(-verein) kinema21 bringen wir auch in deutsche Kinos:

Medusa

Brasilien 2021; Regie + Drehbuch: Anita Rocha da Silveira; mit: Mari Oliveira, Lara Tremouroux; 127 min.; DCP portug. OmdU; FSK16
SPIELORTE:
===========================
Aachen, Raststätte (16.12.2022)
Bamberg, Lichtspiel (1.12.2022-07.12.2022)
Berlin, Tilsiter Lichtspiele (01.12.2022-07.12.2022)
Berlin, b!ware Ladenkino (01.12.2022-07.12.2022)
Dresden, Thalia (01.12.2022-07.12.2022)
Essen, Eulenspiegel (12.12.2022)
Frankfurt am Main, Mal Seh'n Kino (15.12.2022-21.12.2022)
Hamburg, B-Movie (01.12.2022-04.12.2022)
Hannover, Kino im Künstlerhaus (01.12.2022-03.12.2022)
Heidelberg, Karlstorkino (08.12.2022-30.12.2022)
Heilbronn, Kommunales Kino (15.02.2023)
Karlsruhe, Kinemathek (02.12.2022-10.12.2022)
Köln, Traumathek (02.12.2022)
Köln, Traumathek (06.01.2023)
Konstanz, Zebra-Kino (15.12.2022-21.12.2022)
Leipzig, Luru-Kino (01.12.2022-07.12.2022)
München, Werkstattkino (01.12.2022-05.12.2022)
Münster, Cinema (02.12.2022)
Nürnberg, kommkino (01.12.2022-07.12.2022)
Regensburg, Filmgalerie (01.12.2022-06.12.2022)
Stuttgart, EM Kino (18.01.2023)

Mit MEDUSA erweist sich Regisseurin Anita Rocha da Silveira als lautstarke und feministische Stimme des zeitgenössischen brasilianischen Kinos. Gesellschaftskritik, Groteske und Genre vermischt in einer neongetränkten und mit verspielter Kamera eingefangenen Neuinterpretation des Medusa-Mythos.

Inhalt:

Brasilien, in nicht näher definierter Zukunft: Die Säkularisierung ist aufgehoben, das Land wird von der Kirche regiert. Nachts ziehen Mariana und ihre gewaltbereiten Mitstreiterinnen maskiert durch die Stadt. Sie sind auf der Jagd nach Frauen, die gegen Sitte und Moral verstoßen. Ihre Ideologie fußt auf einer urban legend, wonach der Sünderin Melissa von einem Engel das Gesicht angezündet wurde. Das reinigende Feuer hat sie zur Heiligen avancieren lassen, die immer noch irgendwo, mit deformiertem Gesicht, ihr Dasein fristet. Marianas Spurensuche führt sie in eine ihr fremde Welt der menschlichen Nähe, die langsam auch sie zu verändern beginnt.

Trailer (OmdU)

Anita Rocha da Silveira inszeniert mit MEDUSA ein laut- und bildstarkes Statement über (weibliche) Ohnmacht in totalitär-patriarchaler Gesellschaft und übt damit scharfe Kritik an den demokratiefeindlichen Tendenzen ihres Herkunftslandes Brasilien. Mit bewusster Überspitzung, satten Farben & Sounds und mit subtilen Horrorelementen, hat sie auf der anderen Seite aber auch ein sinnliches Werk geschaffen, das runtergeht, wie abgewaschene Gesichtsmasken im Badezimmerabfluss.

Pressestimmen:

„Ein wichtiger Film, der weniger von Rache als von Emanzipation, weibliche Solidarität und der Umdeutung reaktionärer Geschichten handelt. Einer der besten Filme des Jahres 2022.“

Sebastian Seidler, Filmdienst

„Minuziös komponierter Bilderrausch.“

Maxi Braun, epd Film

„Medusa ist so oder so unkon­ven­tio­nelles Kino, das einem nicht alle Tage begegnet. Wie ein fiebriger Traum dringt es durch das Unbe­wusste zum Ratio­nalen durch. Es weiß glei­cher­maßen mit Verbalem und Nonver­balem, Tanz, Masken, Leibern, verengten Vignetten, nahen Gesich­tern und surrealen Raum­er­kun­dungen zu spielen, gerahmt von expres­siven Licht- und Schat­ten­würfen.“

Janick Nolting, Artechock

„Eine ziemlich böse Horror-Show über das gegenwärtige Brasilien“

Thomas Friedrich, Ultimo

„Anita Rocha da Silveira spielt die Satire furios aus gegen das Melodram.“

Fritz Göttler, Süddeutsche Zeitung

„Den antiken Mythos der „Medusa“ verlegt Anita Rocha da Silvera in ihre brasilianische Heimat – und verknüpft ihn mit Motiven aus Giallo, Horrorkino und Satira. Das Ergebnis ist ein oft manischer, bunter, brutaler Film über religiösen Wahn, Schönheitsideale und Fanatismus.“

Michael Meyns, programmkino.de

„Die brasilianische Regisseurin Anita Rocha da Silveira hat bereits mit „Kill me, please“ einen Hybrid aus Coming of age, Horror und feministischem Pamphlet präsentiert. In ihrem neuen Film perfektioniert sie diese Mischung noch, „Medusa“ zeigt einen offensichtlichen Reifungsprozess auf. Die Inszenierung ist dichter, die Figuren haben eine tiefgründigere Charakterzeichnung und die Verwendung von subtilem Humor wirkt pointierter. Entstanden ist eine spannende Rache-Gesellschaftssatire mit skurrilen Figuren und einer einnehmenden künstlerischen Ästhetik.“

Teresa Vena, Kino-Zeit

​​“Ein Rundumschlag, pendelnd zwischen Groteske und Horror, voll auf die Zwölf des internalisierten Machismo.“

Alexandra Seitz | Viennale

„A film of all-consuming rage, MEDUSA seems allegorical at times. But just as often it suggests a moment not so far removed from our own dystopian present“

Michael Sicinski | Viennale